Künftig nur noch Kreisliga B: SG Elbert zieht ihre erste Mannschaft aus der Bezirksliga zurück

05.06.2018

Oberelbert. Nach drei Jahren in der Fußball-Bezirksliga Ost ist Feierabend: Die SG Elbert/Welschneudorf/Stahlhofen beendet ihr Gastspiel auf der überkreislichen Bühne gezwungenermaßen und nimmt mit der ersten Mannschaft den Platz der Reserve in der Kreisliga B Westerwald/Wied ein. Dort hatten die Elberter zuletzt in der Saison 2010/11 gespielt, ehe es nach vier Spielzeiten in der Kreisliga A mit dem ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga klappte.

 

Als kampfstarke Einheit machte sich die SG Elbert/Welschneudorf/Stahlhofen in den vergangenen drei Jahren einen Namen in der Bezirksliga Ost. Künftig spielt die Spielgemeinschaft nur noch in der Kreisliga B. Foto: Marco Rosbach

„Das wird so kommen“, bestätigte Thomas Jung vom SG-Vorstand auf Anfrage die Gerüchte, die seit Sonntagabend immer heißer wurden. „Wir haben mit Vorstand und Spielern zusammengesessen und überlegt, wie es weitergehen kann“, berichtet Jung. „Am Ende mussten wir feststellen, dass wir in der neuen Saison nicht die Möglichkeiten haben werden, weiter eine Mannschaft für die Bezirksliga zu stellen.“

 

Der Rückzug der Elberter hat gravierende Folgen – nicht nur für die eigene Spielgemeinschaft, die nun den Abstieg um gleich zwei Klassen nach unten verdauen muss, sondern auch für etliche andere Vereine. Wobei diese vom personell bedingten Verzicht profitieren. In der Bezirksliga darf sich der VfL Hamm freuen, doch noch in der Klasse zu bleiben, statt als 13. abzusteigen beziehungsweise sich bis Mittwochabend gedulden zu müssen, ehe klar ist, ob die Eisbachtaler Sportfreunde in die Oberliga zurückkehren und dadurch der SV Windhagen Rheinlandligist bleibt. Wenn dies so kommt, wird neben Hamm nun auch noch die FSV Osterspai/Kamp-Bornhofen, der Drittletzte der Bezirksliga, vom Abstieg verschont bleiben.

 

„Man hat so viel gehört in den vergangenen Wochen, dass man es gar nicht glauben kann“, reagierte Hamms Michael Trautmann recht gelassen auf die Nachricht vom Elberter Rückzug. „Letztlich freut es mich für die Jungs, die im November mit drei Punkten dastanden, aber nie aufgegeben haben.“ Dass er nun mit seiner Mannschaft davon profitiert, dass andernorts sportlich die Lichter etwas weniger hell strahlen, stimmt den Spielertrainer des VfL aber eher nachdenklich: „Ich finde das für die Elberter schade und bin auch kein Freund solcher Entscheidungen“, sagt Trautmann, „denn ich denke, da wurde mit vielen jungen Leuten gut gearbeitet.“ Weil Hamm in der Bezirksliga bleibt, ist im Kreis Westerwald/Sieg auch klar, dass die SG Kirburg/Hof als Zweiter der Relegationsrunde ebenso wie die erstplatzierte SG Alpenrod in der neuen Saison in der Kreisliga A spielen wird. Auch unterhalb des Oberhauses wird es Verschiebungen geben, so wird beispielsweise aus der Relegationsrunde zur Kreisliga B ein weiterer Platz frei. Sollte als nächstes der FSV Osterspai ein weiteres Bezirksliga-Jahr vergönnt sein, wird der Rückzug auch im Kreis Rhein-Lahn solche Folgen haben.

 

Während es kreuz und quer durch den Bezirk Ost des Fußballverbandes Rheinland Gewinner gibt, muss sich die SG Elbert augenblicklich als der große Verlierer fühlen. „Das ist natürlich schade“, sagt Thomas Jung. „Denn trotz allem muss man sagen, dass wir neun Jahre lang eine äußerst erfolgreiche Spielgemeinschaft waren.“ Zum internen Bruch zwischen einzelnen Personen war es im Winter gekommen, als rund um den angekündigten Abschied des langjährigen Erfolgstrainers Michael Diel so mancher Disput (zu) öffentlich ausgetragen worden war. Das hatte auch Auswirkungen auf die Personalplanungen.

 

Sean Murphy und Alexander Gombert spielten die Runde zwar zu Ende und zählten in der entscheidenden Phase zu den wichtigen Stützen, hatten aber schon frühzeitig ihre Wechsel zum künftigen Rheinlandligisten Spvgg EGC Wirges bekannt gegeben. Torwart Moritz Weißenborn konnte sich dank guter Leistungen für einen Wechsel zum Rheinlandligisten SG Mülheim-Kärlich empfehlen, Christian Stera wird zum TuS Montabaur wechseln, Kevin Ferdinand und Mario Schaaf zieht es wohl zur SG Ahrbach. „Sechs Spieler haben gesagt, dass die gehen, zwei weitere wollten nur bleiben, wenn es in der Bezirksliga weitergeht“, sagt Jung. Angesichts dieser Dimensionen sahen sich die Verantwortlichen gezwungen, den schwersten Schritt der vergangenen Jahre zu gehen.

Marco Rosbach

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